TSI Kongress

Asset Based Finance - die Zukunft der Kapital- und Kreditmärkte

Mit weit über 600 Teilnehmern schloss der 7. TSI Kongress in Berlin am späten Nachmittag des 27. Septembers 2013 nach zwei intensiven Kongresstagen seine Pforten. Über 140 hochkarätige Referenten aus dem Finanzmarkt, Politik und Aufsicht diskutieren in fast 40 Panels, Workshops und Round Tables mit den Teilnehmern. Der Kongress nahm seinen Auftakt mit der Vorabendveranstaltung der KfW, bei denen bereits über 250 Teilnehmer die Gelegenheit zum Networking und Austausch mit anwesenden Investoren, Vertretern der EU und der Aufsicht nutzten.

 

 

Zwei Themen dominierten den TSI Kongress 2013: Zum einen das Thema Bankenunion mit seinen drei Säulen Aufsicht, Restrukturierung und gemeinsame Einlagensicherung; zum anderen das Thema Regulierung. Beide Themen zusammen genommen werden die Geschäftspolitik der Banken in den nächsten zwölf Monaten sehr grundlegend bestimmen. Mit fast 400 Teilnehmern startete das Eröffnungspanel zum Thema "Die Bedeutung der Bankenunion für Europas Finanzmarktstabilität" und die Panelisten aus Wirtschaft, Banken und Politik lieferten dem Publikum eine leidenschaftlich geführte Diskussion.

 

 

Noch ist Basel III mit der CRR/CRD IV, die zum 1.1.2014 in Kraft treten, bei Banken noch nicht umgesetzt und auch alle dazu gehörigen Regulatory Technical Standards (RTS) der EBA sind noch nicht verabschiedet,  schon kommen weitere Anforderungen auf Europas Banken zu. Im Zuge der Einführung der neuen einheitlichen europäischen Aufsicht für die größten europäischen Banken durch die EZB sind Stresstests geplant, deren genaue Parameter und Anforderungen Banken noch nicht bekannt sind. Die Bankenvertreter befürchten, dass hieraus neue Anforderungen an die Kapitalisierung von Banken entstehen. Wie diese potentielle Lücke in der Kapitaldecke überhaupt gefüllt werden kann, ist derzeit noch völlig unklar. Vertreter der Wirtschaft, wie Anton Börner, Präsident des BGA, in seinem Plädoyer auf dem Eröffnungspanel, betonten zudem, dass die Behandlung von Guthaben bei Zahlungsverkehrstransaktionen von Industrie und Handel als Haftungseinlagen im Rahmen von Banken-Restrukturierungen zu erheblichen Verschiebungen und Verlagerungen in der Bankenwelt führen werden.

Bei aller grundsätzlichen Zustimmung zur Bankenunion wurde von der Politik Klarheit und Verständlichkeit sowie handwerkliche Professionalität in der Umsetzung angemahnt.

 


Das weitere große Thema des Kongresses war das Zusammenwirken verschiedener Regulierungen auf Banken, deren Geschäftsmodell und letztlich die Finanzierung der Wirtschaft. An vielen Beispielen wurde aufgezeigt, dass viele Regulierungen wenig untereinander abgestimmt sind und so in ihrem Zusammenwirken völlig unbeabsichtigte Nebenwirkungen mit sich bringen. Dr. Michael Meister, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU Bundestagsfraktion, plädierte in einer Diskussion mit Dr. Dietmar Helms, Partner bei Baker McKenzie, im Rahmen der "Politischen Wiesn", vor diesem Hintergrund für eine umfassende Auswirkungsstudie von neutraler Stelle, die die Wirkungen der Regulierungen in ihrem Zusammenwirken auf die Finanzierung der Wirtschaft und die Finanzmarktstabilität betrachten solle.



Für den Verbriefungsmarkt, der bereits im Zuge der Finanzkrise 2009/2010 weitgehende Regulierungen im Zuge der Umsetzung des CRD II-Regelwerks erfuhr, gibt es aktuell weitergehende Regulierungsvorschläge im Hinblick auf die Eigenkapitalunterlegung sowie Prüf- und Durchschaupflichten bei Investoren sowie Liquiditäts- und Transparenzanforderungen. Diese würden, so wurde mehreren Panels betont, wenn sie, in der vorliegenden Form umgesetzt werden, den Markt aller Voraussicht nach erheblich schädigen, vielleicht sogar ganz zum Erliegen bringen.

Alle diese Regulierungswerke sind Nachwirkungen auf die inzwischen sechs Jahre alte US-Subprimekrise und lassen allesamt die konkreten Erfahrungen außer Acht, die in den letzten sechs Jahren mit europäischen ABS gemacht wurden. Europäische ABS haben in dieser Zeit sowohl hinsichtlich ihrer Performance als auch im Hinblick auf ihre Liquidität überzeugt.



Insbesondere die an dem Kongress teilnehmenden Vertreter der deutschen Autoindustrie zeigten ihr Unverständnis darüber, dass Politik und Regulierung ihre Verbriefungs-Produkte, die in den letzten sechs Jahren über die Finanzkrise hinweg keine einzigen Down- sondern nur Upgrades durch die Ratingagenturen erfahren haben und deren Liquidität und Performance-Entwicklung anderen Anlagen in nichts nachsteht, immer noch mit US-Subprimeanleihen regulatorisch auf eine Stufe stellen. Entsprechend war die Forderung von Frank Fiedler, CFO der Volkswagen Financial Services, auf dem Schlusspanel: Hoch-Qualitative ABS dürfen regulatorisch nicht diskriminiert werden.


 

Mit hohem Interesse wurden auf dem Kongress der Vortrag von Gerassimos Thomas, Generaldirektor der EU-Kommission zur EU-Förderung bei Projekt Bonds und Infrastrukturfinanzierungen aufgenommen. Auch das Thema Überwindung des Credit Crunch in Südeuropa durch Förderung von SME-Verbriefungen wurde unter Beteiligung von EU-Vertretern auf dem Kongress intensiv diskutiert.

Als TSI Team freuen wir uns, dass auch der TSI Kongress 2013 hervorragenden Anklang bei den Teilnehmern fand. Und vielleicht notieren Sie sich schon einmal den Termin für den TSI Kongress 2014. Er findet am 25. und 26. September 2014 wiederum in Berlin statt.