Eröffnungsforum

Die Grenzen der geldpolitischen Steuerung der EZB und die ­Herausforderungen für die fiskalpolitische Union Europas für Politik, Notenbanken und Kapitalmärkte

Das EWS zeigte im letzten Jahr seine zentrifugalen Kräfte, die zwar durch eine außer­ordentlich expansive Liquiditätsbereitstellung durch die EZB eingedämmt, aber nicht gebändigt werden konnten. Europas grenzüberschreitende Kapitalmärkte sind eingefroren. Jeder fürchtet das potenzielle Währungsrisiko, das der EWS-Austritt eines Landes mit sich brächte. Doch die von dem EWS ausgehenden Gefahren auf Wirtschaft und Kapitalmärkte waren bereits Anfang der Neunzigerjahre bekannt. Damals besänftigte die Politik mit dem Versprechen, die Währungsunion sei nur der erste Schritt zu einer Fiskalunion und darüber hinaus dem vereinten Europa. Genau dies wird heute von den Märkten eingefordert. Eine große Herausforderung für Europa und die Politik.

Schlussforum

Die Intermediationsfunktion der Banken im Wandel? Die zukünftige Rolle von Banken und Versicherungen in der Wirtschaftsfinanzierung

Bei ihrer Außenfinanzierung vertrauen Europas Unternehmen bislang auf den Bank­kredit. Der Anleihe-, aber auch der Aktienmarkt wurde vergleichsweise wenig genutzt. Dies gilt auch für Deutschland. Doch der kritische Mix aus Staatenkrise, Bankenschwäche und neuen Regulierungen, die den Banken ihre Refinanzierung erschweren und die Kreditvergabe an Unternehmen gegenüber der Kapitalmarktfinanzierung benach­teiligen, scheint die Intermediationsfunktion der Banken nachhaltig zu verändern. Wie wird sich das Finanzierungsgefüge der Wirtschaft dadurch verschieben? Was wird durch den ­Kapitalmarkt, was durch Versicherungen zukünftig abgedeckt? Und warum ist das ­Instrument Verbriefung gerade in dieser Situation für die Banken und Unternehmen ­wichtig?